INTHEGA Kongress 2026

Kommunale Finanzkrise und Zukunft Gastspielbranche bei der INTHEGA-Fachtagung

Die angespannte Finanzlage der Kommunen und ihre Folgen für die Gastspielbranche bildete einen Schwerpunkt der INTHEGA-Fachtagung in der Stadthalle Bielefeld am Mittwoch. Auftakt hierzu war eine Podiumsdiskussion. „Die kommunale Finanzkrise ist beispiellos. Aus unserer Sicht ist derzeit keine Lösung in Sicht, die die strukturellen Probleme auffängt“, sagte Christina Stausberg, Hauptreferentin Kultur beim Deutschen Städtetag. Zugleich betonte sie, Kultur sei ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Von der Sorge um Landesmittel, aber einer bislang noch stabilen Situation an den Landesbühnen berichtete Kirsten Uttendorf, Intendantin des Landestheaters Detmold: „Die Buchungslage ist derzeit noch gut, weil wir treue und gute Spielorte in den Kommunen haben.“ Anlass zur Sorge gibt es dennoch, was eine kurzfristige, nicht-repräsentative Umfrage unter INTHEGA-Mitgliedern ergab. „Rund die Hälfte unserer Mitglieder steht vor Etatkürzungen und wird ihren Spielplan künftig nicht mehr in der bisherigen Form aufrechterhalten können“, sagte INTHEGA-Vorstandsmitglied Stephan Czuratis. Einigkeit bestand unter den Diskutierenden darin, dass nur ein enger Schulterschluss zwischen Kommunen, Ländern, Theatern und Gastspielveranstaltern dazu beitragen kann, die kulturelle Versorgung auch in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte dauerhaft zu sichern.

Darüber hinaus widmete sich die INTHEGA-Fachtagung aktuellen Fragestellungen aus der Theaterpraxis. Auf dem Programm standen unter anderem Themen wie „Gastspiele auf Social Media“ sowie die Eingruppierung von Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes an Theatern und Bühnen. In Workshops diskutierten die Teilnehmenden außerdem Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Volksbühnen in Deutschland und der INTHEGA. Dabei wurde deutlich, dass beide Seiten zahlreiche gemeinsame Interessen und vielfältige Anknüpfungspunkte für künftige Kooperationen sehen.

Was ist die INTHEGA?

Die INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e. V.) ist der Fachverband der Gastspielbranche, der mehr als 400 Kommunen im deutschsprachigen Raum vertritt. Mitglieder sind Städte, Gemeinden, Vereine und weitere Institutionen, die für ein kommunales Kulturprogramm verantwortlich sind und hierzu auf die Angebote von Gastspielproduzenten zurückgreifen. Der Verband verfolgt das Ziel, die Arbeit der Veranstalter von Gastspielproduktionen zu unterstützen und fördert somit anspruchsvolle und qualitativ ansprechende Kulturveranstaltungen auch im ländlichen Raum.

Pressekontakt
Dr. Sven Scherz-Schade

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