Von 29. Juni bis 1. Juli strömten rund 900 Kulturverantwortliche, Veranstalterinnen und Bühnenkunstschaffende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zum INTHEGA-Kongress 2026. Der Fachkongress erreichte damit als Leitmesse für das deutschsprachige Gastspieltheater einen neuen Besucherrekord und bewies eindrucksvoll: Die Nachfrage nach Austausch, Vernetzung und hochwertigen Gastspielen ist größer denn je. Eingeladen hatte die INTHEGA e.V. – der Fachverband der Gastspielbranche. Ziel des jährlichen Branchentreffens ist der Austausch zwischen Veranstaltenden und Produzierenden sowie die Programmplanung für kommende Spielzeiten. Besonders im Fokus stand in diesem Jahr der INTHEGA-Theatermarkt: 180 Aussteller präsentierten dort ihre Produktionen für Schauspiel, Musiktheater, Kinder- und Jugendtheater, Show und Kabarett – allesamt buchbar für die Spielzeit 2027/28. Die große Nachfrage unterstreicht die Bedeutung des Theatermarkts für jene Städte und Gemeinden, die keine eigenen Ensembles oder festen Häuser unterhalten.
Um der stark steigenden Nachfrage von Ausstellern gerecht zu werden, wird die INTHEGA ab 2027 den Theatermarkt vergrößern. Insbesondere Anbieter und Partner aus dem Bereich Musik- und Konzertwirtschaft streben hier eine verstärkte Präsenz an. INTHEGA-Präsidentin Dorothee Starke: „Mit der gezielten Ausweitung des Theatermarktes, welcher die führende Position der INTHEGA in der Gastspielbranche unterstreicht, setzen wir unseren zentralen Auftrag fort, den intensiven Austausch zwischen Künstlern, Veranstaltern und Dienstleistern zu ermöglichen und gleichzeitig neue Impulse aus dem Musik- und Konzertsegment zu bündeln. Unsere Besucherinnen und Besucher profitieren von einem noch umfassenderen Angebot, aus dem konkrete Geschäftsverbindungen, Partnerschaften und - vor allem - qualitativ hochwertige Kulturprogramme für unsere Kommunen resultieren.“
Am Abend der feierlichen INTHEGA-Preisverleihung fand Präsidentin Dorothee Starke eindringliche Worte zur aktuellen kulturpolitischen Lage. Mit Blick auf gesellschaftliche Studien, wonach sich rund drei Viertel der Menschen in Deutschland um den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen, bezeichnete sie das Theater als einen Ort der Orientierung und der demokratischen Verständigung. Die Idee der Demokratie sei seit der griechischen Antike eng mit der Idee des Theaters verbunden. Gerade in einer Zeit wachsender Verunsicherung komme den Bühnen deshalb eine besondere Kraft zu: Sie eröffneten Räume für Austausch, Perspektivwechsel und gesellschaftlichen Dialog. Mit deutlichen Worten warnte Starke vor einer politischen Instrumentalisierung von Kunst und Kultur. „Keine Partei darf die Freiheit der Kunst in Frage stellen“, sagte sie. Diese Kritik richte sich ausdrücklich „nicht nur gegen die AfD, sondern auch gegen die sogenannten etablierten Volksparteien auf Bundesebene“, betonte die INTHEGA-Präsidentin.
Die INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e. V.) ist der Fachverband der Gastspielbranche, der mehr als 400 Kommunen im deutschsprachigen Raum vertritt. Mitglieder sind Städte, Gemeinden, Vereine und weitere Institutionen, die für ein kommunales Kulturprogramm verantwortlich sind und hierzu auf die Angebote von Gastspielproduzenten zurückgreifen. Der Verband verfolgt das Ziel, die Arbeit der Veranstalter von Gastspielproduktionen zu unterstützen und fördert somit anspruchsvolle und qualitativ ansprechende Kulturveranstaltungen auch im ländlichen Raum.
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