Theaterpreis DIE NEUBERIN 2026: INTHEGA ehrt Gastspielproduktionen

Vier außergewöhnliche Inszenierungen gewürdigt – Sonderpreise für Helge Letonja und das Ensemble „Artisanen“ aus Berlin

Der INTHEGA-Kongress 2026 in der Stadthalle Bielefeld war gestern Abend erneut die Bühne für die Verleihung der Theaterpreise „DIE NEUBERIN“. Ausgezeichnet wurden die herausragenden deutschsprachigen Gastspielproduktionen der zurückliegenden Spielzeit. Über die Vergabe der Preise entscheiden die Veranstalter und Mitglieder der INTHEGA per Punktbewertung. Wegen Punktegleichstand wurde Platz 2 dieses Jahr zwei Mal vergeben.

Der Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands würdigt jährlich Persönlichkeiten, deren Wirken das Gastspieltheater nachhaltig prägt. 2026 wird der österreichische Choreograf Helge Letonja ausgezeichnet. Mit seinem künstlerischen Schaffen hat er den zeitgenössischen Tanz einem breiten Publikum zugänglich gemacht und dessen Präsenz im Gastspielmarkt entscheidend gestärkt. „In einer Zeit von Ab- und Ausgrenzung öffnet Tanzkunst die Tür zu Diversität und kultureller Offenheit“,3 sagte Letonja mit herzlichem Dank für die Wertschätzung. Letonjas Projekte verbinden unterschiedliche kulturelle Perspektiven und stehen exemplarisch für Offenheit, Austausch und Innovation.

Mit dem Kinder- und Jugendtheaterpreis 2026 wurde das Berliner Ensemble „Artisanen“ ausgezeichnet. Inga Schmidt und Stefan Spitzer entwickeln mit ihren mobilen Produktionen Theatererlebnisse für Menschen jeden Alters und erreichen ihr Publikum unabhängig von festen Spielstätten. „Es ist uns eine Ehre, dass wir für die Bühne unsere Ideen umsetzen können, die uns schon seit unserer Kindheit begleiten“, so Spitzers Worte am Abend. Mit großer Fantasie verbindet das Duo Puppenspiel, Objekt- und Materialtheater, Performance-Kunst, Musik und bildende Kunst zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache.

Der 1. Preis „DIE NEUBERIN“ ging an die Produktion „Marlene “ (Konzertdirektion Landgraf GmbH / Renaissance-Theater Berlin). Sven Ratzke spielt darin Marlene Dietrich und haucht den bekannten Liedern der deutsch-amerikanischen Schauspielerin und Sängerin eine neue Seele ein. Er spürt in ihrer Biografie die Herausforderung, sich in den verschiedensten Facetten ihrer Persönlichkeit neu zu erfinden. Margit Schumann von der Konzertdirektion Landgraf dankte für die Auszeichnung: „Diese Theaterproduktion ist ein Geschenk mit vielen Gänsehautmomenten“, sagte sie: „Wir bedanken uns, dass wir diese Produktion auf Tournee schicken durften.“

Den 2. Preis erhielt zum einen „Der Besuch der alten Dame“, eine Produktion des ENSEMBLE PERSONA in Kooperation mit dem Stadttheater Schaffhausen. Mit der Auszeichnung würdigt die INTHEGA eine Inszenierung, die einen großen Klassiker nicht museal bewahrt, sondern ihn mit Klarheit, Wucht und beeindruckender Aktualität auf die Bühne bringt.

Zum anderen erhielt den 2. Preis „Der zerbrochene Krug“ (umbreit Entertainment GmbH & Co. KG). Gewürdigt wurde hier insbesondere der unternehmerische Mut, den Schauspielklassiker von Heinrich von Kleist ohne Kooperation mit einem anderen T3heaterhaus zu realisieren. Dies ist für den gegenwärtigen Tourneetheaterbetrieb außergewöhnlich.

Mit dem 3. Preis wurde das Stück „Der Vorleser“ vom Altonaer Theater geehrt. Axel Schrade, Intendant des Altonaer Theaters dankte: „Gerade in Zeiten, in denen viele nach Unterhaltung suchen, freut uns die Auszeichnung für Der Vorleser besonders. Sie bestätigt unseren Mut zu anspruchsvollem Theater. Unser herzlicher Dank gilt allen Häusern, die uns buchen.“

Mit dem Theaterpreis „DIE NEUBERIN“ macht die INTHEGA – der Fachverband der Gastspielbranche – die Bedeutung des professionellen Tourneetheaters für die kulturelle Daseinsvorsorge sichtbar und würdigt dessen künstlerische Vielfalt in Stadt und Land.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich.

Was ist die INTHEGA?

Die INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e. V.) ist der Fachverband der Gastspielbranche, der mehr als 400 Kommunen im deutschsprachigen Raum vertritt. Mitglieder sind Städte, Gemeinden, Vereine und weitere Institutionen, die für ein kommunales Kulturprogramm verantwortlich sind und hierzu auf die Angebote von Gastspielproduzenten zurückgreifen. Der Verband verfolgt das Ziel, die Arbeit der Veranstalter von Gastspielproduktionen zu unterstützen und fördert somit anspruchsvolle und qualitativ ansprechende Kulturveranstaltungen auch im ländlichen Raum.

Pressekontakt
Dr. Sven Scherz-Schade

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