Berlin, 28. Oktober 2026 | Der Entwurf des Bundeshaushalts 2027 sieht vor, die Förderung für die Beteiligung deutscher Unternehmen an Auslandsmessen um 2,6 Millionen auf 41,4 Millionen Euro zu kürzen. Wichtige Exportchancen für die deutsche Wirtschaft würden damit verloren gehen. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA fordert mit weiteren Branchen der Exportwirtschaft den Deutschen Bundestag auf, die Kürzungspläne zurückzunehmen und das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums stattdessen zu erhöhen.
Mit der Bundesförderung von 44 Millionen Euro konnten in diesem Jahr 237 Gemeinschaftsstände auf Auslandsmessen geplant werden. Im AMP 2027 sind nur noch 217 sogenannte German Pavilions machbar. Damit würden 20 Gemeinschaftsstände und rund 13.500 Geschäftschancen für deutsche Unternehmen entfallen.
Philip Harting, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Die Kürzung des Auslandsmesseprogramms schwächt unsere Exportnation. Deutsche Gemeinschaftsstände auf Messen weltweit sind Standortmarketing mit politischer Signalwirkung. Die geplante Etat-Kürzung für 2027 ist ein verheerendes Signal. Bei schwacher Konjunktur, zunehmender geopolitischer Unsicherheit und wachsender Standortkonkurrenz muss der Bund exportorientierte Unternehmen stärken, nicht stutzen.“
Die Kosten für Auslandsmessebeteiligungen sind in den vergangenen Jahren weltweit um bis zu 40 Prozent gestiegen. Seit 2017 ist die Bundesförderung nie entsprechend angepasst worden – das Förderprogramm damit schleichend gekürzt worden. Der AUMA warnt vor den langfristigen Folgen für die exportorientierte Wirtschaft und fordert eine Aufstockung des Programms auf 49 Millionen Euro.
Die Kürzungen treffen vor allem mittelständische Unternehmen. Sie stellen 85 Prozent der Nutzer des AMP. Für viele von ihnen sind Gemeinschaftsstände der wichtigste Zugang zu internationalen Kunden, Vertriebspartnern und neuen Absatzmärkten. Nach Angaben des Bundes können 84 Prozent der teilnehmenden Unternehmen durch ihre Messebeteiligung Exporte sichern oder ausbauen.
Besonders spürbar werden die Kürzungen in jenen Regionen, die derzeit zu den dynamischsten Wachstumsmärkten zählen. In Süd-, Ost- und Zentralasien soll die Zahl der deutschen Messe-Gemeinschaftsstände von 95 im Jahr 2026 auf 78 im kommenden Jahr sinken. Rückgänge sind auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordamerika vorgesehen.
Der Nutzen des AMP ist belegt: Ein in das Programm investierter Euro führt laut einer Evaluierung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu rund 216 Euro Wertschöpfung in Deutschland.
Das AMP wurde 1949, kurz nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, ins Leben gerufen, um Unternehmen bei ersten Messeauftritten im Ausland zu unterstützen. Seitdem wurden mehr als 210.000 deutsche Unternehmen über das Programm gefördert. Jährlich nutzen rund 5.000 Unternehmen die Unterstützung.
Unterstützung erhält die Forderung nach Stärkung des AMP aus zahlreichen exportorientierten Branchen. Dazu gehören Mitglieder aus dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Deutschen Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik (Spectaris), dem Didacta Verband der Bildungswirtschaft, dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH), dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW), dem Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) sowie dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie textil+mode.
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