5 Minuten über Business Networking

Susanne Illerhaus erklärt, warum gutes Networking weit mehr ist als der Austausch von Visitenkarten, wie aus Begegnungen echte Geschäftsbeziehungen entstehen und weshalb persönliche Kontakte gerade im digitalen Zeitalter unverzichtbar bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was gutes Networking ausmacht

Susanne, du hast Networking praktisch zum Geschäftsmodell gemacht. Was unterscheidet gutes Networking vom bloßen Austausch von Visitenkarten?

Gutes Networking beginnt für mich mit dem Gefühl: Hier bin ich willkommen.

Wenn Menschen sich wohlfühlen und die Atmosphäre wertschätzend und offen ist, kommen sie ganz anders miteinander ins Gespräch. Natürlich müssen auch die richtigen Menschen aufeinandertreffen. Unsere MICE-Branchentreffs sind sehr gezielt auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten: Anbieter treffen auf Eventplaner, die genau nach solchen Locations, Destinationen und Ideen suchen. Das matcht.

Gegen den Austausch von Visitenkarten habe ich übrigens überhaupt nichts. Nicht jeder Kontakt muss sofort relevant sein. Manchmal erinnert man sich erst Monate später an eine Begegnung und plötzlich passt es.

Das Follow-up

Viele besuchen Events, sammeln Kontakte und danach passiert nichts. Woran scheitert das Follow-up?

Für mich bedeutet Follow-up vor allem: Ich habe Lust, dass dieses Gespräch weitergeht.

Wenn ich wirklich zugehört habe, weiß ich, worüber wir gesprochen haben und kann genau daran wieder anknüpfen. Vielleicht passt das Angebot gerade nicht zu einem aktuellen Projekt, dafür aber zum nächsten oder übernächsten.

Gerade unsere Branche bietet viele schöne Möglichkeiten, miteinander in Verbindung zu bleiben. Ein Anbieter lädt einen Planer ein, die Location persönlich kennenzulernen. Der Planer schaut sie sich an und entdeckt dabei vielleicht einen neuen „Event-Schatz“. Manchmal trifft man sich auch einfach wieder und führt das begonnene Gespräch weiter.

Gutes Follow-up heißt für mich deshalb nicht nachfassen, sondern dranbleiben: interessiert, persönlich und mit Blick auf das, was noch entstehen kann.

Klein statt große Bühne

Deine Formate sind bewusst klein, persönlich und exklusiv. Warum funktioniert das für dich besser als die große Bühne?

Auch die große Bühne kann funktionieren. Wir bleiben trotzdem ganz bewusst im kleinen, feinen Rahmen.

In meinem aktuellen Webinar „WERTvoll verbunden“ spreche ich viel darüber, was Begegnungen heute eigentlich wertvoll macht. Gerade in unserer digitalen Zeit glaube ich, dass wir persönliche Netzwerkformate mehr denn je brauchen.

Es geht um Begegnungen, die uns bereichern, und um Menschen, die uns inspirieren. Das gilt fürs Business und manchmal auch darüber hinaus. Selbstverständlich geht es ebenso um neue Kontakte, Kooperationen, Ideen und konkrete Geschäfte.

Ich mag diese familiäre Atmosphäre, in der Menschen sich willkommen und aufgehoben fühlen. Dadurch kommen sie leichter und ehrlicher miteinander ins Gespräch.

Der Wert eines Networking-Events zeigt sich für mich nicht nur darin, wen ich kennengelernt habe, sondern auch darin, was ich mit nach Hause nehme.

Digital vs. persönlich

LinkedIn und andere Plattformen ermöglichen Networking ohne Anreise. Wo bleibt der persönliche Kontakt unersetzbar?

Wir selbst sind auf LinkedIn sehr aktiv. Für mich ist die Plattform ein wichtiger Teil des Netzwerkens. Sie schafft Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit, ich entdecke neue Menschen und Unternehmen und bleibe mit bestehenden Kontakten verbunden.

Gerade in Zeiten von KI bekommt die persönliche Begegnung für mich jedoch noch einmal einen anderen Wert. Bei Bildern und Texten können wir teilweise kaum noch unterscheiden, was echt und was künstlich erzeugt ist.

Unsere Eventbranche lebt ganz besonders von Vertrauen. Wir möchten ein Gefühl dafür bekommen, wer der Mensch hinter einem Angebot ist. Passt diese Person zu mir, zu meinem Unternehmen oder zu meinem nächsten Event?

Dieses Vertrauen entsteht leichter, wenn wir uns persönlich begegnen, miteinander sprechen und unser Gegenüber wirklich erleben. So kann eine Verbindung wachsen.

Digitales Networking schafft Aufmerksamkeit und neue Kontakte. Persönliche Begegnungen schaffen Verbindung und daraus kann Vertrauen entstehen.

Tipps für den Einstieg

Was rätst du Menschen, die neu in der Branche sind und beim ersten Event allein im Raum stehen?

Wie leicht es uns fällt, auf fremde Menschen zuzugehen, ist sehr individuell. Der eine wurde vom Arbeitgeber geschickt, der andere kann es kaum erwarten, dabei zu sein. Auch unsere bisherigen Erfahrungen spielen dabei eine große Rolle.

Wenn ich neu in der Branche wäre, würde ich es mir deshalb zunächst möglichst leicht machen. Ich würde vielleicht einen Kollegen mitnehmen, einen Branchenkontakt um eine kleine Einführung bitten oder bereits vor der Veranstaltung einige Gesprächstermine vereinbaren.

Außerdem würde ich unbedingt an einem Fam Trip teilnehmen, der mich fachlich und persönlich weiterbringt. Drei Tage gemeinsam unterwegs sein, Locations entdecken, essen, lachen und Erlebnisse teilen: Dabei wächst eine Gruppe unglaublich schnell zusammen. Für mich gibt es kaum einen schöneren Weg, in unserer Branche anzukommen und zu erleben, was für eine großartige Gemeinschaft sie sein kann.

Danach braucht es eigentlich nur noch Offenheit, Freude, Neugier und echtes Interesse an anderen Menschen.

Dann dauert es in der Eventbranche meistens gar nicht lange, bis sich das nächste Networking-Event ein bisschen wie ein Familientreffen anfühlt.

Susanne Illerhaus im 5-Minuten-Interview über Business Networking

Über Susanne Illerhaus

Susanne Illerhaus ist Gründerin und Inhaberin von ILLERHAUS Marketing, einer Business-Networking-Plattform für die MICE-Branche. Seit mehr als 20 Jahren bringt sie bei ihren MICE-Branchentreffs Eventplaner und Anbieter an besonderen Orten zusammen.

Ein Beitrag über
ILLERHAUS Marketing
ILLERHAUS Marketing I MICE-Netzwerk | B2B-Events mit Herz I Community
ILLERHAUS Marketing bringt seit über zwei Jahrzehnten die Akteure der MICE-Branche zusammen. Seit dem Jahr 2000 organisiert das Unternehmen Branchentreffs, Fam Trips, Roadshows und Abendveranstaltunge…
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Ein Beitrag von
Andrea Matthews

Andrea Matthews ist als SEO- und Content-Managerin tätig und spezialisiert auf Suchmaschinenoptimierung, strategische Content-Entwicklung und Nachhaltigkeit in der Eventbranche. Seit mehreren Jahren beschäftigt sie sich mit digitaler Sichtbarkeit, redaktionellen Formaten und aktuellen Entwicklungen rund um Veranstaltungen und nachhaltige Konzepte. Für unseren Blog schreibt sie insbesondere über Eventtrends, Nachhaltigkeit, Kommunikation und Online-Marketing. Dabei verbindet Andrea fundierte SEO- und Content-Expertise mit einem praxisnahen Blick auf die Herausforderungen und Chancen der Veranstaltungsbranche.

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